Dieser Freitag war für die börsennotierte Pierer Mobility AG, Mutter der KTM-Gruppe, von einem Kursrutsch gezeichnet. Der Preis der Aktien ist zwischenzeitlich um bis zu 30 Prozent eingebrochen. Grund dafür war eine Ad-hoc-Mitteilung. „Aufgrund einer deutlich reduzierten Betriebsleistung und einmaliger Restrukturierungsaufwendungen“ muss die Pierer Mobility zum 31. Dezember 2024 „mit einem deutlichen negativen Ergebnis“ rechnen. Das negative Ergebnis soll mit „einem höheren dreistelligen Millionenbetrag“ beziffert werden.
„Die Inder sitzen im Driver Seat, bei der Sanierung geht nichts an Bajaj vorbei“, sagt Florian Beckermann vom Interessenverband der Anleger (IVA) . „Ich bin überzeugt davon, dass sich die Inder ihrer Stärke bewusst sind.“ Er rechnet damit, dass die Inder am Ende des Tages die Mehrheit an Pierer Mobility übernehmen werden.
„Ich habe damit in gewisser Weise gerechnet. Wenn die größte Beteiligung KTM unter Wasser ist, war es zu erwarten, dass bei der Pierer Mobility die Lichter ausgehen, sofern kein frisches Kapital hereinkommt“,
„Sämtliche Aktien, für die das Bezugsrecht nicht ausgeübt wird, werden von der Pierer Bajaj AG aufgegriffen werden“, so das Unternehmen. Zusätzlich kommt es auch noch zu einer Sachkapitalerhöhung. Die indischen Miteigentümer Bajaj werden die bereits gewährte Darlehen, Bajaj hat für das Hochfahren der KTM-Produktion am 17. März 2025 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, weitere 50 Millionen Euro sollen noch folgen, in Eigenkapital umwandeln.
Die Inder haben sich eine Hintertür offengelassen: Sollte die Sachkapitalerhöhung nicht zum Ausgabepreis von 7,5 Euro je Aktie erfolgen oder der Hauptversammlungsbeschluss von einem Aktionär gerichtlich angefochten werden, sehen diese Darlehen ein außergewöhnliches Kündigungsrecht vor.
„Ich bin froh, dass dem Streubesitz die Möglichkeit eingeräumt wird, an der Zukunft der KTM zu partizipieren“, sagt Beckermann. "Mit dieser Kapitalerhöhung werden aber die bisherige Aktionärsverhältnisse am Ende des Tages geändert werden".