Diese Spannungsangaben sind erstmal nicht so aussagekräftig: 13 Volt oder mehr ist eine Spanung, die unmittelbar nach dem Laden an der Batterie anliegt. Auch ohne Stromentnahme fällt die Spannung auf einen Wert unter 13 Volt. Zwischen
voll und
leer liegen nur wenige Hundert Millivolt, sodass es auf die Nachkommastellen ankommt.
Bei der klassischen Nassbatterie sind 12,6 Volt bei 100 % Ladung, 11,8 Volt bei 0 % Ladung.
Bei wartungsfreien Batterien liegen die Spannungen herstellerabhängig etwas höher.
Ohne Vergleichswert sind Strommessungen aussagekräftiger, wenn es um den Ruhestrom geht.
Wichtig vor diesem Hintergrund: Gab es denn schon Probleme ?
Nicht dass diese allein aus der Messanordnung resultieren.
Bei einem Motorrad sollte der Ruhestrom im unteren einstelligen Milliampere-Bereich liegen. Mit einem Messgerät mit einer Anzeigeauflösung von 10 mA kann man den nicht richtig messen.
0,12 A = 120 mA oder 0,05 A = 50 mA wären allerdings zuviel, wenn dieser Strom nach Minuten noch fließt. Meine F800GS geht normalerweise nach 1 Minute in Standby, die Zeitkonstante kann aber bei anderen Motorradmodellen anders sein. D. h. nach Abschalten der Zündung sollte nach dieser Wartezeit der hoffentlich niedrige Ruhestrom im unteren einstelligen Bereich messbar sein. Auch nach Anklemmen der Batterie fließt zunächst ein höherer Strom, der erst nach der Wartezeit auf den tatsächlichen Ruhestrom abfällt.
Ein Problem kann hierbei das in den Stromkreis geschaltete Messgerät sein: In den hohen Strombereichen ist es zu ungenau für kleine Ströme während es in den niedrigen Strombereichen leicht überlastet wird und/oder es selbst einen so hohen Spannungsabfall verursacht, dass die Elektronik nicht richtig arbeitet mit der Folge von Fehlverhalten, was wiederum zu einer ungültigen Messung führt.
Man müsste das in einen niedrigen Strombereich geschaltete Messgerät zunächst kurzgeschlossen in den Stromkreis einschleifen und den Kurzschluss nach etwas mehr als der Minute o. ä. lösen, um den realen Ruhestrom angezeigt zu bekommen. Mit dem Kurzschluss über dem Messgerät vermeidet man den Spannungsabfall am Messgerät in der Zeit, bevor das Motorrad in Standby gegangen ist.
Stromzangen wären in dieser Beziehung zwar unproblematischer in der Handhabung, weil kein Stromkreis unterbrochen werden muss, dafür sind sie für kleine Ströme aber meistens zu ungenau.
Weil die Messung nicht ganz einfach ist, macht man sie normalerweise nur bei Problemen durch.leergezogene Batterien und daher die Frage nach dem Anlass und der Messmethode.
Erfahrungsgemäß häufen sich vor allem im Frühjahr Fälle verbrauchter oder defekter Batterien, in denen die Nutzer die Symptome nicht zu deuten wissen und mitunter auf ausgefallene Ideen bezüglich der Fehlerursache kommen.
Was man im Problemfall tun könnte, d. h. wenn sich ein zu hoher Stromverbrauch bestätigt, wurde in den Beiträgen zuvor ja schon ausgeführt. Leert sich sie Batterie bei normalem Ruhestrom oder ohne Ruhestrom, weil sie nicht angeschlossen ist, dann ist es die Batterie.