Ich schon. Einer der, wenn nicht sogar DER argumentative Haupttreiber hinter der Elektromobilität ist der übergeordnete Zwang, die gesamten CO2-Emissionen der Menschheit zu senken wg. globaler Erwärmung. Wenn man jetzt - womöglich noch vor Ende ihrer Lebensdauer - zig Millionen Pkw aus dem Verkehr zieht und durch E-Fahrzeuge ersetzt (was ja nun auch bei weitem kein CO2-neutraler Vorgang ist), kommt am Ende vielleicht eine Reduzierung von ein, zwei Prozent raus, bei gewaltigen Kosten. Es gibt ja auch Stimmen, die sagen, dass ein Ersatz von CO-haltigen Energieträgern bei der Heizung von Gebäuden viel mehr bringen würde als beim Individualverkehr, also in jeder Stadt nur in einem Gaswerk Wasserstoff dem Erdgas beimengen und nicht die ganze Stadt mit Ladesäulen vollpflastern.
Immer diese Hauruck-Phantasien. Wie sollen denn "jetzt" zig Millionen Verbrenner vor Ablauf ihrer Lebenszeit durch BEVs ersetzt werden? Das geben die Produktionkapazitäten doch die nächsten Jahre erstmal überhaupt nicht her.
Ja, der Ersatz, bzw. erstmal die Beimengung von grünem Wasserstoff bzw. grün erzeugtem, künstlichem Erdgas würde viel bringen. Je mehr desto besser.
Der ernsthafte Versuch, den Klimawandel wieder zu bremsen, ist aber kein "oder". Es ist ein "und". Wir müssen an allen Stellschrauben drehen. Gleichzeitig. Wenn E-Gas mehr bringt als der Wandel zum BEV ist das toll. Heißt aber nicht, dass wir dann weiter Erdölprodukte verbrennen können.
Was die Bundesregierung super kann, ist Irreführung der Öffentlichkeit. Erst waren BEVs nicht alltagstauglich (da gibts einen aufwändigen "Test" auf Rügen zu, ähnlich wie "Growian, der auch nur zeigen sollte, das Windenergie nicht funktioniert), dann war Wasserstoff doch besser (für wen eigentlich?), dann fiel ihnen auf, dass Wasserstoff ohne EE keinen Sinn macht. Da aber der EE-Ausbau in D unbedingt gedeckelt werden muss, weil die fossilen Kraftwerke sonst alle Pleite gehen, kam Altmeier dann kürzlich mit dem "Wasserstoff aus der Wüste".
Selbst wenn sich politisch stabile Länder in der geeigneten Region finden sollten, die bereit sind Ihr Territorium zur Nutzung freizugeben, würde es im optimistischsten Falle frühestens Mitte der 30er, bevor der erste Tanker mit grünem H aus der Wüste in einem deutschen Hafen anlegt.
Das ist ähnlich seriös, wie kommende Lottogewinne in die Immobilienfinanzierung einzurechnen.
Es ist nur Augenwischerei und politische Prokastrination.