Nein
Quelle Spiegel:
Peinliche Rekrutenwerbung: Österreichs Armee zieht sexistischen Panzerspot zurück
"Kommt zum Bundesheer", lautet die frohe Botschaft an "die Jugend ab 18". Denn alles andere sei "Alltag", heißt es zur Begründung. Der Spot ist - oder besser: war - Teil der Kampagne "Heer 4U", mit der Austrias Armee auf der eigene Website um Rekruten buhlt. Jetzt allerdings hat das Bundesheer das Filmchen kassiert, auf Veranlassung von Verteidigungsminister Norbert Darabos.
Das lag nicht an der dilettantischen Machart - bei den Schauspielern hat man offenbar gespart. Die Laiendarsteller - im wahren Leben ein Disco-Türsteher und vier Hotelfachschülerinnen - erscheinen im Kontext des ohnehin schlecht gemachten Films vor allem unprofessionell. Viel verheerender wirkte jedoch der offen vorgetragene Sexismus.
"Das Video ist absolut niveaulos und peinlich", empört sich Judith Götz vom Referat für feministische Politik der Österreichischen HochschülerInnenschaft. "Es ist vollkommen unzeitgemäß, so eindeutig sexistisches Bildmaterial zu zeigen, wo doch längst auch Frauen in den Streitkräften arbeiten", sagte sie SPIEGEL ONLINE. Kein Wunder, schließlich sei das Militär ein typischer Ort, an dem Männlichkeit "konstruiert, sozialisiert und reproduziert" werde, so die Politologin.
Hergestellt wurde das umstrittene Video in der Abteilung Personalmarketing des Heeres, das sich bei der Entwicklung laut eigenen Angaben gern von Studenten der Filmakademie Wien unterstützen lässt. "Unser Clip ist so deppert, dass es schon wieder genial ist", verteidigte Marketing-Mitarbeiter Oberst Johann Millonig in der "Süddeutschen Zeitung" den Film tapfer.