Hi Kolja,
- einfache Fragen, seriöserweise aber keine einfachen Antworten darauf möglich
Aber - ich versuch´s mal und mache mal den Anfang:
Unterkunft / Übernachtungen:
Ich hatte zunächst aus budgetgründen vor, hauptsächlich zu zelten. Wo es schön war, hab ich das auch gemacht. Überschlagmäßig kann ich sagen, das ich ca. 20% der Tour gezeltet habe - und zwar in Österreich, Ungarn, Rumänien, der Ukraine, und der Türkei. Im Schnitt waren aber die Unterkünfte (insbes. in Russland und Kasachstan) so preiswert, dass ich mir das Zelten einfach verkniffen habe.
Ich habe meist in billigen / günstigen Hostels, Hotels, oder Privatunterkünften genächtigt und bin so im Schnitt auf einen Übernachtungspreis von 17€ /Nacht gekommen.
Ich hatte eine russische Mobilfunkkarte (von Megafon -> s.Blog) und konnte so - am besten über b-o-o-k-i-n-g.c-o-m die Unterkünfte schießen.
Gesamtkosten:
Der Kostenfaktor hängt natürlich von verschiedenen Faktoren wie - Anzahl der Teilnehmer, Reisedauer -Reiseglück (Knöllchen, Bestechungsgelder, Beraubungsfaktor etc.), Reisemoped, individuelle Komfortvorstellungen... etc. ab.
Ich bin die Tour alleine gefahren und war knapp 12 Wochen unterwegs. (Zu wenig!)
Wenn ich Ausrüstung incl. Mopedequipment / -aufrüstung , Visakosten, Vorherschlaumachsachen etc. dazu zähle, komme ich mit den von Dir genannten 10.000€ bei weitem nicht hin.
Wenn ich die "reinen" Tourkosten - sprich Übernachtung, Sprit, essen+trinken 1x Flug (Aktau Baku), 1x Fähre fürs Moped (Aktau-Baku), 1x LKW Transport durch die Mongolei, 1x Inspektion, Versicherungen rechne, kommt das hin.
Sicherheit:
2013 war die politische Situation eine andere und das Verhältnis zwischen Russland und Deutschland sicherlich entspannter. Vom Sicherheitsaspekt her denke ich, dass es für eine Tourplanung eher zu vernachlässigen ist - wenn man nicht gerade die Ostukraine bereisen möchte.
Ein vorheriger Blick auf die Seiten des AA -> Reisewarnungen etc. sowie das Studium diverser Weltreiseforen mit Kontaktaufnahme zu den Reiseleuten ist da sicherlich hilfreich.
Möglicherweise wirkt sich der ganze Sch... auf Visabeschaffung, Grenzabfertigung oder Polizeikontrollen aus.
Ich habe, glaube ich, natürlich auch Glück gehabt. Aber meiner Erfahrung nach, war es gerade das Alleinreisen, welches in allen "Ostländern" zu einer sehr hohen Akzeptanz bei der- und auch letztlich zu einem Schutz durch die Bevölkerung führte.
Egal in welchem Land, wurden mir immer ein ehrliches persönliches Interesse entgegengebracht und sichere Unterstellmöglichkeiten für das Moped angeboten.
Selbst wenn die Karre in irgendeinem sibirischen Dorf abgeparkt stand, waren immer ein paar wache Augen drauf- und nicht des Geldes wegen, sondern einfach weil man so ist.
Außerdem gilt vor allem immer noch die alte Regel - wie man in den Wald hinein ruft...
"Reisepsychologie"
Man sollte sich nicht NUR darauf verlassen, aber DER wesentliche Vorteil des Reisenden und auch gerade des Alleinreisenden gegenüber irgendwelcher Schurken ist natürlich die Reisesituation als solche. Du bist Herr der Situation, wenn du irgendwo ankommst und kannst dich darauf einstellen - der Schurke eben nicht- wenn man Dich nicht schon vorher länger beobachtet hat.
Gegen spontane Überfälle machste nix, außer nicht den Helden geben - aber - die "Überraschung" ist halt in diesem Fall mal auf Deiner Seite.
Ich hoffe, Dir einen kleinen Eindruck und Überblick gegeben haben zu können.
Grüße aus Düsseldorf:
Rudi